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Dienstleister der Informationsgesellschaft: Hohe Ausbildungsintensität und großer Weiterbildungsbedarf
Dienstleister der Informationsgesellschaft: Hohe Ausbildungsintensität und großer Weiterbildungsbedarf
Ergebnisse der Konjunkturumfrage des Verbandes der Vereine Creditreform und des ZEW im Wirtschaftszweig "Dienstleister der Informationsgesellschaft"
Neuss / Mannheim, 11.01.2007
Die Ausbildungsintensität ist bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft hoch: Knapp vier Fünftel aller Unternehmen des Wirtschaftszweigs bilden in einem oder mehreren Ausbildungsberufen aus. Am stärksten engagieren sich mit etwa 90 Prozent der Unternehmen die Telekommunikationsdienstleister in der Ausbildung, während bei den Architekten und Unternehmensberatern lediglich jeweils knapp zwei Drittel der Unternehmen ausbilden. Eine Ausbildung in einem oder mehreren IT-Ausbildungsberufen bietet knapp
die Hälfte der Unternehmen des Wirtschaftszweigs an. Die Telekommunikationsdienstleister und die Unternehmen der Branche EDV-Dienste und -Vermietung bieten erwartungsgemäß besonders häufig IT-Ausbildungsberufe an. So bilden mehr als vier Fünftel der Telekommunikationsdienstleister und knapp vier Fünftel der EDV-Dienstleister und -Vermieter in IT-Berufen aus.
Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im November und Dezember 2006 durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage siehe Ende der Pressemitteilung).
Etwa ein Fünftel der Dienstleister der Informationsgesellschaft rechnet in den kommenden drei Jahren mit einer steigenden Anzahl von Auszubildenden, wobei vor allem die Unternehmen der Branche Forschung und Entwicklung und Unternehmensberatung eine positive Entwicklung erwarten. Von den Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die im Jahr 2006 keine Auszubildenden eingestellt haben, gibt knapp die Hälfte keinen Bedarf als Grund an. Etwa ein Zehntel der Unternehmen ohne Auszubildende hatte zwar Ausbildungsbedarf,
jedoch Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Dies trifft vor allem auf die Unternehmen der Branchen Steuerberatung sowie Forschung und Entwicklung zu. Ein weiteres Zehntel der Unternehmen des Wirtschaftszweigs, die im Jahr 2006 keine Auszubildenden eingestellt haben, hatte zwar Ausbildungsbedarf, jedoch war den Unternehmen der Ausbildungsaufwand zu groß. Für knapp die Hälfte der Telekommunikationsdienstleister und mehr als ein Drittel der Steuerberater war dies der Grund dafür, im Jahr 2006 keine Auszubildenden
einzustellen.
Von Weiterbildungsbedarf berichten im Jahr 2006 etwa drei Viertel der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Dabei sieht der Großteil der Unternehmen des Wirtschaftszweigs den Bedarf an Weiterbildung bei seinen Mitarbeitern nach mehreren Jahren Berufserfahrung und nur etwa die Hälfte der Unternehmen im Anschluss an die Erstausbildung. Weiterbildungsbedarf begleitend zur beruflichen Erstausbildung haben im Jahr 2006 etwa drei Viertel der Unternehmen des Wirtschaftszweigs. Nur die EDV-Dienstleister und
-Vermieter liegen hier unter dem Durchschnitt: Bei ihnen hat lediglich knapp die Hälfte der Unternehmen Fortbildungsbedarf begleitend zur Erstausbildung.
Zur Deckung des Weiterbildungsbedarfs steht neben klassischen Weiterbildungsmaßnahmen auch E-Learning, das heißt Weiterbildungsmaßnahmen, die durch neue Medien gestützt werden, zur Verfügung. In etwa einem Drittel der Unternehmen des Wirtschaftszweigs haben Mitarbeiter an E-Learning-Lehrgängen teilgenommen. Eine Vorreiterrolle nehmen dabei die Unternehmen der Branchen Telekommunikationsdienstleistungen, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung sowie Unternehmensberatung ein. In diesen Branchen haben mehr als
zwei Drittel der Unternehmen Gebrauch von E-Learning bei einer Weiterbildung gemacht. In der Werbebranche hingegen nehmen nur in etwa einem Fünftel der Unternehmen Mitarbeiter an Weiterbildungslehrgängen teil, die durch neue Medien gestützt werden.
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Ihre Ansprechpartner beim ZEW
ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Frau Jenny Meyer
Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien
L 7, 1
68161 Mannheim
Tel.: 06 21 / 12 35-166
Fax: 06 21 / 12 35-333
meyer@zew.de
www.zew.de
Das ZEW wurde im Jahr 1991 in einer gemeinsamen Initiative der baden-württembergischen Landesregierung, der
Landeskreditbank Baden-Württemberg und der Universität Mannheim gegründet. Die Forschungsausrichtung liegt im
einzelwirtschaftlichen Bereich, der Branchenanalyse und der Ökonometrie. Rund 80 Wissenschaftler sind am ZEW in den
Forschungsbereichen Internationale Finanzmärkte, Arbeitsmärkte, Industrieökonomik, Unternehmensbesteuerung und
Umweltökonomik tätig.
Die Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigt sich mit den Auswirkungen
moderner Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Wirtschaft. Den Schwerpunkt der Analysen bilden dabei
industrie- und arbeitsmarktökonomische Fragestellungen.
Zur Systematik / Anmerkung zur Hochrechnung
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen
(jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit
gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die
Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die
Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den
Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100
annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal
hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.
Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung finden Sie hier:
ZEW-Dokumentation Nr. 03-09 (PDF)
Einen Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage finden Sie hier.
Allgemeine methodische Hinweise (PDF)
Angewandtes Hochrechnungsverfahren (PDF)
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